Bloody Friday: IRE Stuttgart – Friedrichshafen.
Darsteller:
Irina, Schwesternschülerin, von ihrer ukrainischen Herkunft zeugt die dunkle, den Waggon gänzlich erfüllende Stimme sowie das doppelt gerollte „rr“
Swetlana, Schwesternschülerin, weitgehend sprachlos
Showdown auf Höhe Ravensburg:
„Und am Donnerstag musste ich dann zur Betriebsärztin. So etwas habe ich noch nicht erlebt: Ihre Hand hat die ganze Zeit gezittert. Sie war auch schon so alt. Ich habe meinen Arm hingehalten und sie hat die größte Kanüle gewählt, die es gibt. Und ich habe solche Angst gehabt! Sie hat angesetzt und nicht getroffen. Und dann wieder angesetzt und als sie getroffen hat, immer weiter reingeschoben. Ich habe mich weggedreht. Ich kann sonst wirklich alles sehen, aber diese alte und zitternde Ärztin! Das war so furchtbar. Sie zieht die Kanüle raus und ich blute so schlimm. Ich hätte sie beinahe ins Gesicht geschlagen! “
„Aha.“
„Aber wusstest du zum Beispiel, dass man allein durch das Aufschneiden von Arterien nicht sterben kann? Der Muskel schützt bei waagrechtem Aufschlitzen. Aber man verblutet sofort, wenn man senkrecht schneidet.“
„Ach so.“
Triumph der Nichtigkeit: ICE Frankfurt/Main – Köln.
Darsteller:
Klaus, Anfang Vierzig, Trolleytrucker aus Aachen
Miriam, Abiturientin, will irgendwas mit „Menschen und Medien“ machen
Prolog im ICE:
„Und wo kommen Sie her?“
„…“
„Ach ja und was machen Sie, studieren Sie?“
„Ich gehe aufs Gymnasium.“
„Und da sind Sie jetzt in der 13.?“
„Ja.“
„Und was möchten Sie danach machen?“
„Ich gehe erst mal ein Jahr ins Ausland. Das kriege ich von meinen Eltern zum Abitur.“
„Und wohin gehen Sie?“
„Zurzeit kann ich mich noch nicht entscheiden. Entweder Neuseeland oder Australien. Meine Schwester war auch schon da und hat gesagt, Australien wäre ganz toll.“
„Ja, ich war ja auch acht Monate in Sydney. Es sind so tolle Menschen dort.“
„Ja, ich hab ja auch gehört, dass die Neuseeländer ganz eigen sind. Die haben alle einen Knall. Die Australier sind aber alle echt chillig.“
„Ja, genau. Sehr locker. Und wenn man dort arbeitet, macht sich das auch super im Lebenslauf.“