Wörter zum Sonntag: EC München – Stuttgart.
Darsteller:
Marlies, will so bleiben, wie sie ist
Regina, Miss Schrebergarten 1974
Epische Breiten kurz vor Ulm:
„Ja und meine Freundin ist ja jetzt auch weggezogen. Ihr Mann hat in Frankfurt Arbeit gefunden. Es ist ja grade wirklich schlimm mit der Arbeit. Da ist sie mit den zwei Kindern auch mit.“
„Haben Sie denn Familie?“
„Noch nicht. Nur einen Hund. Aber ich bin ja erst 35.“
„Aber das ist ja auch schön. Ich bin auch erst 54.“
„Toll! Das sieht man Ihnen aber überhaupt nicht an! Aber es ist ja auch nur einen Zahl!“
„Haha – ja, man wird doch immer besser! Man verändert sich halt schon. Aber Hauptsache man bleibt gesund.“
„Ja, das ist die Hauptsache.“
„Mein Mann zum Beispiel: Der hatte es ja mit dem Herzen. Wir wissen ja zum Glück was er hat und da können wir uns auch drauf einstellen. Aber von seinen Schützen, da sind schon zwei gestorben. So alt wie er – einfach tot. Von einen Tag auf den anderen.“
„Ja, da steckt man nicht drin. Man weiß nicht, was da noch kommt.“
„Da haben Sie Recht. Und als ich noch jünger war, habe ich mir da auch viele Gedanken gemacht. Aber uns geht’s ja gut. Und irgendwo winkt immer das Glück. Eine Bekannte hat jetzt erst ihr Handy verloren und sich in München mit dem Finder getroffen. Jetzt schwebt sie auf Wolke Sieben und will ihn näher kennenlernen. Tja, sie ist so alt wie ich – da kommt‘s auch auf die Ausstrahlung an und nicht so auf das Äußere.“
„Klasse. Toll. Es ist so schön zu sehen, wie leicht das nochmal gehen kann – in dem Alter.“
„Ja, nicht? Und wissen Sie was: Sie sieht ja nicht schlecht aus. Trägt Hosen Größe 36. Und da hat sie eine Jeans anprobiert und da sah nochmal 20 Jahre jünger aus. Und dann hat sie zwei goldige Enkel. Und da fragt sie: Sehe ich wirklich 20 Jahre jünger aus? Und da sagt die Ältere – gerade mal fünf – haha – und da sagt die Ältere: ‘Ja, jetzt brauchst du nur noch eine Papiertüte. Für den Kopf!’ Goldig, nicht?“
„Haha. Ja, wirklich klasse!“
Bloody Friday: IRE Stuttgart – Friedrichshafen.
Darsteller:
Irina, Schwesternschülerin, von ihrer ukrainischen Herkunft zeugt die dunkle, den Waggon gänzlich erfüllende Stimme sowie das doppelt gerollte „rr“
Swetlana, Schwesternschülerin, weitgehend sprachlos
Showdown auf Höhe Ravensburg:
„Und am Donnerstag musste ich dann zur Betriebsärztin. So etwas habe ich noch nicht erlebt: Ihre Hand hat die ganze Zeit gezittert. Sie war auch schon so alt. Ich habe meinen Arm hingehalten und sie hat die größte Kanüle gewählt, die es gibt. Und ich habe solche Angst gehabt! Sie hat angesetzt und nicht getroffen. Und dann wieder angesetzt und als sie getroffen hat, immer weiter reingeschoben. Ich habe mich weggedreht. Ich kann sonst wirklich alles sehen, aber diese alte und zitternde Ärztin! Das war so furchtbar. Sie zieht die Kanüle raus und ich blute so schlimm. Ich hätte sie beinahe ins Gesicht geschlagen! “
„Aha.“
„Aber wusstest du zum Beispiel, dass man allein durch das Aufschneiden von Arterien nicht sterben kann? Der Muskel schützt bei waagrechtem Aufschlitzen. Aber man verblutet sofort, wenn man senkrecht schneidet.“
„Ach so.“