Triumph der Nichtigkeit: ICE Frankfurt/Main – Köln.

Darsteller:

Klaus, Anfang Vierzig, Trolleytrucker aus Aachen
Miriam, Abiturientin, will irgendwas mit „Menschen und Medien“ machen

Prolog im ICE:

„Und wo kommen Sie her?“
„…“
„Ach ja und was machen Sie, studieren Sie?“
„Ich gehe aufs Gymnasium.“
„Und da sind Sie jetzt in der 13.?“
„Ja.“
„Und was möchten Sie danach machen?“
„Ich gehe erst mal ein Jahr ins Ausland. Das kriege ich von meinen Eltern zum Abitur.“
„Und wohin gehen Sie?“
„Zurzeit kann ich mich noch nicht entscheiden. Entweder Neuseeland oder Australien. Meine Schwester war auch schon da und hat gesagt, Australien wäre ganz toll.“
„Ja, ich war ja auch acht Monate in Sydney. Es sind so tolle Menschen dort.“
„Ja, ich hab ja auch gehört, dass die Neuseeländer ganz eigen sind. Die haben alle einen Knall. Die Australier sind aber alle echt chillig.“
„Ja, genau. Sehr locker. Und wenn man dort arbeitet, macht sich das auch super im Lebenslauf.“

Mai 27, 2009. Zugzwang. 2 Kommentare.

Es hat sich ausgelesen.

Hier der erste Teil der neuen Rubrik Stuttgarter Anthologie, die Leseliste der Monate März bis Mai:

Berens-Totenohl: Der Femhof. Roman. Jena 1940.
–> Uli rennt.
Brandl, Martina: Halbnackte Bauarbeiter. Frankfurt/Main 2008.
–> Cellulite-Prosa.
Schmidtbronn, Wilhelm: Anna Brand. Düsseldorf 1939.
–> Der Berg ruft.
Keun, Irmgard: Gilgi, eine von uns. Berlin 1993.
–> Beneidenswert.
Keun, Irmgard: Das kunstseidene Mädchen. Berlin 1992.
–> Dumm, aber gerissen.
Kinkel, Tanja: Die Löwin von Aquitanien. München 1997.
–> Der erste Eindruck war gut.
Ohnet, Georges: Der Hüttenbesitzer. Roman in zwei Bänden. Zweiter Band. Stuttgart 1884.
–>Veni, vidi, vici.

Mai 27, 2009. Stuttgarter Anthologie. Kommentieren.

Denk’ halt selber nach.

Verehrtes Publikum,

nach 21 Ausgaben und rund 30 Verrissen der Jenaer Anthologie hat sich die Ostblog-Redaktion entschieden, die Rubrik in dieser Form vorerst einzustellen. Das geschieht nicht ohne Bedauern, doch eine Vielzahl von Gründen – in diesem Fall aber ausnahmsweise nicht die Finanzkrise – haben die Entscheidung letztlich unabdingbar gemacht. Die Chefrezensientin befindet sich aktuell in einem Rezensions-KreaTief, da

  • sie die Lust am Lesen im Zug verloren hat und statt dessen lieber sinnentleert in die Landschaft starrt
  • der Zwang zum sinnvollen Rezensieren den unbedachten Spaß des Lesekonsums behindert.

Die Redaktion ist sich jedoch des hohen moralischen und wegweisenden Charakters der Jenaer Anthologie bewußt und wird daher das bisherige Programm in abgespeckter Form fortsetzen. Dem unbedarften Pauschalleser werden daher  weiterhin unter der Rubrik Stuttgarter Anthologie Buchvorschläge die Route durch den Lesedschungel weisen. Eine umfangreiche Rezension wird künftig ein Gemeinplatz ersetzen, der dem Leser genügend Spielraum für eigene Denkansätze bieten möge.

Darüber hinaus wird die Redaktion eine weitere Rubrik einführen. Unter dem Namen Zugzwang hat sie sich das ehrgeizige Ziel gesetzt, die geistreichen Gedanken von Bahnreisenden zu dokumentieren, denen man aus Platz- und Gründen der Akustik nie auszuweichen vermag. So soll nach und nach ein detailliertes Psychogramm der Subkultur Fahrgast entstehen, das die Redaktion den Marketingstrategen der Deutschen Bahn AG im Austausch gegen eine lebenslang gültige BahnCard 100 First gern zur Verfügung stellt.

Freundliche Grüße,

Ihr Ostblog-Redaktionsteam

Mai 27, 2009. Neuanfang. Kommentieren.