Sakrileg vs. Scriptum
Brown, Dan: Sakrileg. The Da Vinci Code. Bastei-Lübbe 2006.
Khoury, Raymond. Scriptum. Hamburg 2005.
Im Rahmen meiner kleinen Rezensionsreihe kommt einmal die Zeit, in der ich aufgrund der Qualität der Bücher gezwungen werde, meine alten versufizierenden Überschriften auszupacken. Herzlich willkommen also beim Kampf des Abbrechers gegen den Amerikoegozentiker. Ich habe längst aufgegeben zu fragen, weshalb für Autoren wie Dan Brown oder Raymond Khoury überhaupt Papier geschöpft wird. Beide Autoren verfügen weder über stilistische Brillanz, noch ein Gefühl für Charaktere. Auch ihre Storys – es geht, wie auch dem letzten Kinomuffel bisher klar sein sollte um Illuminati und die Frage nach den Grundfesten der katholische Kirche – sind von Anfang an nicht nur vorhersehbar, sondern auch nahezu von der gleichen Nullqualität. Was denn auch der Grund für den latenten Konkurrenz-/Plagiatskampf zwischen den zwei Literaturdemagogen gewesen sein dürfte. Die Bücher sind so schlecht, dass man den Inhalt beider eigentlich zusammen erfassen kann. Es geht um dieses mysteriöse archäologisch-kunstgeschichtliche Jesus-Geheimnis, dem eine attraktive Frau und dieser hinreißende Mann auf die Spur kommen wollen. Natürlich gibt es auch diese abgrundtief miesen Schurken, die einen ständig erschießen wollen und die böse katholische Kirche, die irgendetwas zu verheimlichen hat. Am Ende kommt dann diese total überraschende Erkenntnis, die alles bisherige in Frage stellt und diese absolut oberflächliche Kuschelei der beiden Helden. Wesentliche Unterschiede sind eigentlich nur die nervtötende Dummenfängerei und Cliffhangerei Browns sowie die dröge Rumerklärerei und die gesunde patriotische Grundeinstellung Khourys. Beide Werke öden den Leser durch absolut grottigen Stil, typisch US-amerikanische Unterschichten-Wir-packens-an-Slang sowie die Tendenz zu leicht verdaulichen Hausfrauen-Hauptsätzen an. Gemessen an dem akademischen Werdegang der beiden Autoren sind diese literarischen Sündenfälle Grund genug, aus diesem Teil der Belletristik ein mysteriöses Geheimnis zu machen, das nicht einmal der Vatikan mehr in der Lage ist aufzulösen. Da ich in der glücklichen Lage war, beide Werke ausleihen zu können, musste ich für diesen 600 bzw. 550-seitigen Schund keinen Cent ausgeben. Allerdings habe ich die pure Anwesenheit dieser Zeitfresser nicht verkraften können und beide zerstört. Sollte ich den Besitzern gegenüber nun Schuldgefühle hegen oder mir anmaßen, sie von zwei literarischen Geiseln befreit zu haben?
moehme antwortete:
nicht nur die kosten die man durch die leihe gespart hat….
was hätte er/sie/man denn in der zeit des lesens und darüber schreibens alles produktives für die welt ihre menschen und das universum leisten können… zumindest gegen entgelt arbeiten um dann mit genuß auch rechtlich beide werke verbrennen zu dürfen… ui das erinnert hoffentlich nicht zu sehr an das dunkle jahrzehnt…..
Februar 6, 2008 at 5:06 . Permalink.
Toto antwortete:
Tja, eigentlich hattest Du mir ja versprochen, das Scriptum weiterzuverschenken…Torsten
Februar 17, 2008 at 9:27 . Permalink.