Gerade noch mal Glück gehabt.

Ich schreibe es nur ungern – denn wer hat es schon gern, dass ein Totschlagargument aus dem Repartoire genommen werden muss – aber, um der jouralistischen Wahrhaftigkeit Ehre zu machen, muss ich hier nun darauf hinweisen, dass die Deutschen nicht aussterben. Ich weis noch nicht genau, wie ich diese Argumentationslücke kompensieren kann, Vorschläge sind jedoch herzlich Willkommen und werden im Kommentarbereich entgegengenommen. Das beste Substitutionsargument muss z.B. auf Ursel von der Leyen anwendbar sein oder sich irgendwie in die Akademikerinnen-ohne-Kinder-Debatte einpassen können. Zu gewinnen gibt es ein Kondom mit Kürbisgeschmack.

August 23, 2006. Hat nichts zu tun mit.... 1 Kommentar.

Zu blöd zum Bombenbasteln vs. Echter van Gogh.

Jaja, ich hab getan, was ich nicht lassen konnte und ähnlich wie Schiller (ohne mich zu sehr in die Nähe dieser revolutionären Maultasche stellen zu wollen), verfalle ich auch wieder in alte Verhaltensmuster und versufiziere meine Überschriften. Doch lasst uns lesen, was es Neues im Spätsommerloch gibt: Da wäre zum Beispiel dieser freundliche, unauffällige, fromme Kieler Austauschterrorist, der laut Aussage seines Dozenten einfach zu blöd zum Bombenbauen war. Und da beschweren wir uns noch über PISA!? Wir sollten doch vielmehr alle froh sein, dass unsere Schüler mit Migrationshintergrund so gar nichts drauf haben, sonst würde in Berlin-Neukölln und Köln-Veedeln ja ständig irgendwelche Sprengsätze in S-Bahnen explodieren, die von bösartigen, islamistischen Junior-Bartträgern gebastelt würden. Aber zu unser aller Vorteil haben wir ja die CSDU mit ihren Ideenhülsen, denn in Zukunft sollen ja kompetente Rail-Marshalls (siehe Vorschlag unten) mit der Uzi im Anschlag den Linienverkehr in Deutschland überwachen. Da haben wir also vorerst  nochmal Glück mit unseren lausigen Studenten gehabt, die nicht mal den Inhalt einer Bombenbauanleitung nachahmen können. In China gibts sowas nämlich nicht, da werden van Goghs und der Transrapid nämlich ganz vorbildlich kopiert.

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August 21, 2006. Alte Verhaltensmuster. Kommentieren.

Das ist ganz schön graSS*.

Tja, meine sehr verehrte Leserschaft. Da hat uns ja das Sommerloch neben dem undedeutenden Scharmützel im Libanon und dem neuen Ahamedineschad-Blog ja noch eine weitere Moralkeule ans Ufer gespült. Aber sonderlich geschockt hat mich das Coming Out unserer literarisch-moralischen Instanz eigentlich nicht. Ich meine, wer hat keine finstere Vergangenheit im Keller liegen? Ob nun die kleine Euthanasieepisode um Yussuf Ibrahim, die dubiose NS-Vergangenheit diverser Politiker der Ära Adenauer und Co. oder die skandalösen Prostituiertenstories um Claudia Wiegelmann von TicTacToe…mein Gott, so was kommt doch mal vor! Klar: „Ich war jung und brauchte das Geld“ ist die eine Sache und wenn man dazu halt noch was an der Heimatfront Ost bewegen kann, warum denn auch nicht Waffen-SS? Wer da jetzt aufs Blech trommelt, dass man doch nicht 60 Jahre moralisch korrekt sein kann, ohne mal zu schauen, was man als verblendeter Halbstarker toll fand und dass dem Butt am besten der Nobellpreis entrissen werden sollte, ist echt selbst schuld und ein richtiges Sommerlochopfer. Ich halte es da nämlich mit dem örtlichen Zentralrat der Juden, der nämlich gleich ganz fachkundig erkannt hat: Alles PR für das neue Buch, das irgendetwas mit Zwiebeln zu tun hat. Und bei genauerem Licht betrachtet, ist der ganze moralische Wind um die Sache doch eh zum Heulen.

* um mich nicht mit fremden Federn zu schmücken: der Wortwitz wurde eingesendet von meinem lieben Freund Dieter aka. Moppelkopf.

August 15, 2006. Neuanfang. 1 Kommentar.

Ab heute bin ich populistisch.

…denn mir steigen alle wohlmeinenden und unverbindlichen Kommentare langsam zu Kopfe. Beachtet daher folgende Änderungen für verbindlich:

1. werde ich keine „Popkulturthemen“ wie Tamagotchis, das Paarungsverhalten von C-Promis, RTL2 und oder die Existenz von Waschbenzin mehr behandeln

2. werde ich meinen Fokus fortan nur noch auf Fragen konzentrieren, die eine gewisse Nachhaltigkeit ausstrahlen und in jedem Beitrag mindestens einmal auf Schlagworte wie M Nordkorea, Irak, Israel oder Weltfrieden zurückgreifen

3. werde ich mit so bedeutungsschwangeren Worten wie „Chance“, „Perspektive“ und „Vertrauen in unsere Gesetzgebung“ kein Bullshitbingo mehr spielen

und

4. auf den Hinweis meines persönlichen Gehirnfitnesstrainers auch alle Überschriften fortan ohne „vs.“ gestalten

Denn ab heute werde ich mich vollkommen auf mein Lesepublikum einstellen und in einer Melange aus ganz populistisch und ganz bildungsbürgerlich jenseits des Justforfun-Äquators schwimmen. Das gelobe ich!

August 10, 2006. Neuanfang. 1 Kommentar.

Bester Freund.

Bester Freund.

Brutus vom Steinkopf,

10. April 1994 – 9. August 2006.

August 9, 2006. Jenaer Anthologie. 2 Kommentare.

Warum ich Heinrich Heine liebe.

Kapitel XII

Die deutschen Zensoren ———————————————–

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Aus: Heine, Heinrich: Reisebilder. Zweiter Teil . Ideen. Das Buch le Grand. München, 1994. S. 263.

August 9, 2006. Jenaer Anthologie. Kommentieren.

Sommerloch-Spezial: Porno-Heidi vs. Tamagotchi.

Es ist ja nun hinreichend bekannt, dass das Phänomen des Sommerlochs alle möglichen  C-Promis, Regionalpolitiker, Schaumschläger und sonstige Fischaugen an den Strand des Medienalltags bzw. ans Licht spült. So habe ich auch neulich beim Aufräumen und Neusortieren meines Bücherschranks nicht nur die gräßliche Mao-Biographie von Jung Chang (die teuereste Fehlinvestition 2005), sondern auch mein altes Tamagotchi wiedergefunden. Spottet nicht, wer sein virtuelles Haustier im Jahr 2001, also gut fünf Jahre NACH dem Bandai-Boom kauft, ist schon wieder voll im Retro-Trend und somit voll cool. Ein Tamagotchi finden ist gut, schlecht hingegen ist, wenn ich seit Tagen nur noch lesen und sehen muss, wie sich Masseuse Friseuse Heidi (22) aus Meerane/Sachsen für eine Stunde in Robbies Suite wiederfindet. Mein Gott, wo sind wir eigentlich gelandet, wenn das “hot girl“ sich wie ne Nutte, die zu doof zum Abkassieren ist, sich vom Manager aufs Zimmer holen läßt, das neue Aushängeschild der PISA-Studie Robbie auf seine Frage hin antwortet, sie könne kein Englisch, ihm jedoch auf ominöse Weise dann doch was von ihrer Tochter erzählt und ich das alles auch noch überall aufs Brot geschmiert bekomme? Die letzte Frage nach ihren oralen verbalen Qualitäten ist insofern interessant, da ich mir wirklich nicht vorstellen kann, in welcher Sprache und WIE sie das mit vollem Mund erzählen konnte und warum sie glaubt, dass das überhaupt nen Typen beim Sex interessiert. Sorry, aber hier muss mal Klartext gesprochen werden: Schlimmer kann der Sommer doch gar nicht werden! Und während unsere Aushilfshostess sich erst mal von ihrem Freund (26) die CDs zerbrechen bzw. ordentlich den Robbie rausf***** läßt und anschliessend den eingerahmten Tanga von der Nacht mit dem Master of Universe als Traumfänger und in Erwartung weiterer Promis vor den Frisuerladen hängt, freue ich mich auf einen netten Tag mit meinem Tamagotchi. Denn da kann man den den Ton wenigstens ausschalten.

PS: Ach ja, ich bin übrigens nur neidisch.

August 4, 2006. Morgenappell. 8 Kommentare.