Those are the best days…

Juni 27, 2008. Hat nichts zu tun mit.... 1 Kommentar.

Ziemlich öd.

Schenkel, Andrea Maria: Tannöd. Roman, München 2008.

Ich hätte es eigentlich besser wissen müssen. Hätte ahnen sollen, dass ein moderner Krimi von 125 Seiten schon aus Prinzip keine sieben Euro Wert sein kann. Aber: Versuch und Irrtum. In diesem Fall großer Irrtum. Nun, die Erwartungen waren vielleicht einfach zu hoch. Denn ganz ehrlich: mit ETA Hoffmanns Fräulein von Scuderi war der Höhepunkt der Kriminalgeschichte erreicht. Was kann da noch kommen? Tannöd? Sicher nicht. Klar, ein grausiger Mord an einer ganzen Familie – und den armen Kleinen noch dazu – das zieht die Leser an. Via Mala mal vier plus Kinderbonus. Aber die Autorin macht so ziemlich alle Fehler, die man Lesern nicht zumuten sollte. Alles ist unheilschwanger: die Bäume, der Himmel, das Gras. Alles schreit 125 Seiten lang Mord. Dann die unsinnige Gattungmischung. Die Idee ist nett. Aber es gibt nicht unverzeihlicheres, als wenn man einem Text anmerkt, dass der Künstler erst einmal ins „Sachwörterbuch der Literatur“ geschaut hat. Zur Ideenfindung. Gleiches gilt auch für die Zeugenaussagen – ich schätze, dass die Autorin sich ein Exemplar von „Sprache und Schicht“ in der Kreisbibliothek ausgeliehen hat. Was die Motive und das Innenleben angeht: „Kleines Handbuch der Psychologie“. Auch Kreisbibliothek. Und eine Quelle gibt sie sogar öffentlich an: „Myrtenkranz! Ein geistlicher Brautführer und Andachtsbuch für die christliche Frau“. Vermutlich, damit man nicht nach den anderen fragt. Die daraus im Buch abgedruckte „Litanei zum Troste der armen Seelen“ ist das einzige, was den Leser über den tragischen Verlust seiner sieben Euro und eineinhalb Stunden Lebenszeit hinwegtrösten kann.

Juni 21, 2008. Jenaer Anthologie. Keine Kommentare.

Uschi und das halbe Leben.

Kraemer, Olaf: Uschi Obermaier, High Times – Mein wildes Leben, München 2007.

Ich schleiche schon seit Monaten um Uschis wildes Leben herum und bin nun froh, endlich weiterschleichen zu können. Kurz gesagt: Ich habe mehr erwartet. Deutlich mehr. Und so wenig bekommen, dass es schwer fällt zu kritisieren. Doch wieso wirkt die Biographie trotz der 297 Seiten mehr als lückenhaft? Basierend auf den 50 Stunden Gesprächsaufzeichnung schaut der Autor der Uschi aufs Maul, aber nur ein guter Artistenflügel oder ein paar Hypnosesitzungen hätte die Vollständigkeit retten können. Auch wenn der SPIEGEL vollmundig behauptet, die Uschi hätte sich nur genommen, was ihr zusteht und nicht drauf gewartet, dass die Männer ihr was geben – ich hätte an ihrer Stelle etwas weniger von allem genommen. Von den Drogen. Von dem Alkohol. Von den prügelnden Typen. Von den high times, dem wilden Leben. Begleitet man Uschi durch sämtliche Kommunen der Republik, München, London, durch Indien, die USA – immer scheint es, als würde da jemand leben, der zwar leben kann, aber gar nicht verstehen kann, wie das so richtig funktioniert. Masse statt Klasse. Es ist schwer abzuschätzen, ob die Uschi nun wirklich nur ein doofes Modell ist oder vielleicht die Königin des Understatements. Eines ist aber klar: Das wilde Leben wirkt hölzern, unvollständig und - farblos. Selbst die buntschillernden Trips. Auch der Sex ist nicht wirklich gut, nicht mal der mit den Rolling Stones oder Jimi Hendrix. Nur die Prügelszenen hauen richtig rein, und da ist schon wieder ganz schön viel Freud dabei. Daher empfehle ich das Buch jedem nur nachdrücklich, der nachfolgenden Witz nicht gut finden kann.

Nach dem Sex fragt er: „Wie heißt du eigentlich?“
Sie: „Hihi, so wie das weibliche Geschlechtsteil, nur ohne den ersten Buchstaben…“
Er: „Otze?! Was issn das für‘n scheiß Name!“

Juni 5, 2008. Jenaer Anthologie. 1 Kommentar.

Geile Bumsluder.

Ich habe festgestellt, dass die meisten Leute auf meinen Blog kommen, weil sie nach “Porno-Heidi” suchen. Das schreit nach geilen Bumsludern für mehr Rates! Haut rein, Jungs!

Mai 15, 2008. Hat nichts zu tun mit.... 2 Kommentare.

Opa, Margot, Alma…alle tot.

Noll, Ingrid: Die Apothekerin. Zürich 1996.

Mein erstes BookCrossing hat sich als hübscher Pfingst-Zeitvertreib herausgestellt. Ingrid Nolls Krimidebüt erinnert zwar ein bißchen an Hera Linds Das Superweib, ist aber geistreicher. Die Story ist nicht wirklich prickelnd, ein permanent unbefriedigendes Lesegefühl ist nicht abzuschütteln. Aber ich glaube mich zu erinnern, dass es um eine Apothekerin mit Hang zu schlimmen Typen geht. Die verliebt sich in…Ha! einen schlimmen Typen. Der versucht nicht sein Studium, sondern nur seinen Opa zu beenden, um von dem zu erbenden Vermögen noch mehr Porsche(s/en/ä = Plural von Prosche?) zu kaufen. Die Apothekerin hat zufällig noch ein paar Euthanasie-NS-Giftpillen im Schrank und schon steht der neue Porsche vor der Tür. Dem Spektakulum folgt noch eine vom Opa testamentalisch geregelte Zwangsehe, denn ohne Heirat keine Moneten. Die Ehe in der geerbten Villa ist wirklich harmonisch: es vögeln nicht nur die Haushälterin Margot und der böse Ehemann Levin, sondern auch Margots Gatte Dieter mit der Apothekerin. Von wem am Ende das Kind ist, kann der positive Schwangerschaftstest leider auch nicht sagen. Dafür wird Margot aus Versehen aus dem Fenster und die beiden Typen am Ende aus dem Haus geworfen. So steht der glücklichen Patchworkfamilie von Apothekerin, Kind, Apothekenkunde mit zwei Kindern nur noch dessen geistesverwirrte Gattin im Wege. Deren Schicksal ist auch schon vorhersehbar… Wirklich lustig ist für mich persönlich die Stelle, an der ein Chefarzt mit Namen Gerhard Kaiser auf den Plan tritt. Ist das eine kleine literaturhistorische Reminiszenz? Das ist das Problem an dem Buch: man ist immer bestrebt, nach Anspielungen zu suchen, denn der literarische Takt des Buches programmiert sie vor. Aber irgendwie sind sie nicht zu finden. Daher sage ich: nicht kaufen, sondern abwarten, bis das Buch irgendwo im Intercity Nürnberg - Karlsruhe auf dem Sitzplatz nebenan auftaucht. Ich habe es nämlich schon wieder ausgesetzt…

Mai 15, 2008. Jenaer Anthologie. 4 Kommentare.

Löffelweise Hundescheiße

Roche, Charlotte: Feuchtgebiete. Roman, Köln 2008.

„Hey, ich bin heute morgen mit den Feuchtgebieten fertig geworden, danke fürs Ausleihen!“
„Und, was denkst du, ist ganz schön übel, oder?“
„Naja, ist schon sehr, sehr krass. Sie hat ja bei nem Interview gemeint, dass sie zu 80 % in dem Buch steckt – ich hab‘ ständig gehofft, dass es die anderen 20 % sind…“
„Aber so was von: Bei der Pizzageschichte hab‘ ich ja fast gekotzt…“
„…obwohl die ja wohl ganz eindeutig diverse Großstadtmythen – Sperma im Döner etc. – bedient. Ich fand eher die Toilettenstory zum Schubbern: Mir hat sich fast der Magen umgedreht: wer bitte setzt sich – auch noch in dieser Form – auf öffentliche Toiletten? Ich fass da nicht mal die Türklinken ohne ein Stück Klopapier an. Unbenutztes Klopapier, versteht sich.“
„Was echt, naja, dann bist du genau die Zielgruppe: bakteriophobe Glamour-Leserinnen!“
„Naja, so schlimm isses nun auch wieder nicht. Nur dass ich halt keine Andenken von meinen Körperfunktionen oder denen von anderen unter meinen Fingernägeln aufhebe oder kontrolliert weiterverbreite… Was sagst du zu dem verdrängten Familienkonflikt?“
„Naja, ich würd mir für meine Familie auch den Arsch aufreißen…sie nimmt das eben ein bisschen zu wörtlich.“
„Aber man kann schon sagen: Scheidungskind sucht nach Liebe und nimmt sich alles, was geht. Aber sonst war‘s doch recht unterhaltsam. Ich hab‘ auch nur einen Rechtschreibfehler auf Seite 214 entdeckt. Gute Alltagssprache, macht sich prima vor dem Einschlafen. Wenig Inhaltverlust durch Schachtelsätze.“
„Jep. Fand ich auch.  15 Eu hätte ich für die paar Seiten nicht zwar nicht ausgegeben, aber mein Mitbewohner hat es ja gekauft.“
„Dann hat sich‘s ja bei bisher drei Lesern fast schon gerechnet. Und wer bekommt das Buch jetzt?“
„Der andere Mitbewohner.“
„Klasse, ich wär für nen konstruktiven Gedankenaustausch. Ich bring Avokadokerne mit.“

April 12, 2008. Jenaer Anthologie. Keine Kommentare.

Niger vs. Amazonas

Boyle, Thomas Coraghessan: Wassermusik. Hamburg, 1990.
Kehlmann, Daniel: Die Vermessung der Welt. Hamburg, 2005.

Daniel Kehlmann vs. T.C. Boyle ist im Gegensatz zu letzterer versufizierenden Kritik keine, die den größten Buchstabenvergewaltiger in Sachen Verschwörungstheorien krönen möchte. Auch ganz herausragende Werke vergleichbaren Inhalts – in diesem Falle wilde Entdeckungsreisen zu Beginn des 18. Jahrhunderts – lassen sich in einem freundschaftlichem Kräftemessen und frei von Konkurrenzdruck gegenüberstellen. Das Schöne daran ist, dass man sich am Ende auf keinen Sieger festlegen will oder muss oder sollte.
Wahl und Umgang mit ihrem Thema gestalten beiden Romanautoren nahezu identisch und dennoch individuell. In beiden Fällen sind die biographischen Daten der Reisenden nur vage Koordinaten für die unbändige Lust am Fabulieren. Profiliert Boyle seine Helden – den englischen Gauners Ned Rise und den schottischen Abenteurers Mungo Parks – so geschieht dies bis zu ihrer Begegnung in der sumpfigen Mündung des Niger durch das Gegenüberstellen grotesker Episoden, die den jeweiligen Charakter um so deutlicher hervortreten lassen. Auch Kehlmann beleuchtet bis zu ihrem finalen Zusammentreffen seine Protagonisten durch ihr gegensätzliches Wesen: der heimatverbundene und hochbegabte Misanthrop Gauß wird erkenntnistechnisch zum Zerrspiegel des stillen und verbohrten Individualisten Humboldt. Ironisch und unberechenbar, voller Anekdoten und Phantasmen spielen beide Autoren die Erwartungshaltung des Lesers gegen diesen aus. Denn nur zu oft ist der Leser geneigt, Kuriositäten wie die Mumienfreundschaft Alexander von Humboldts oder die Begegnung zwischen Mungo Parks und dem Shakespeare-Freund Johnson in der jeweiligen Biographie zu recherchieren. Beide Romane plätschern den Quellen von Niger oder Amazonas nicht einfach entgegen, sondern lassen den Leser gegen einen Strom von Worten mit reichlich skurrilem Treibholz anschwimmen. So sehr sich die Themen und deren Verarbeitung jedoch auch ähneln mögen – unterschiedliche Wege gehen die Autoren in Sprache und Umfang. Boyles 560-seitigem Epos steht Kehlmanns 304 Seiten umfassender Roman gegenüber, der sprachlich die deutsche Renaissance des Konjunktivs ausgelöst haben möge. Kehlmanns Demontage des Wissenschaftsmythos zielt vor allem die Charaktere: Sie sind – sicher mit Absicht – unscharf skizziert und dienen nur als Fleischbeilage in der raschen Menüfolge wissenschaftlicher Entdeckungen. Boyle hingegen verliert sich zuweilen in Details und Überformulierungen. Kehlmanns pointierte und zugleich distanzierende Erzählsprache ist ebenso angenehm lesbar wie die subtil-ironischen Wortgeflechte Boyles. Beide Werke sind in jedem Fall ein Gewinn für die erlesene Hausbibliothek, wobei einzig Kehlmann mein ganzes Herz durch die zarte Repoetisierung von Goethes „Ein gleiches“ gewonnen hat:

„Geschichten wisse er keine, sagte Humboldt. Auch möge er das Erzählen nicht. Aber er könne das schönste deutsche Gedicht vortragen, frei ins Spanische übersetzt. Oberhalb aller Bergspitzen sei es still, in den Bäumen kein Wind zu fühlen, auch die Vögel seien ruhig, und bald werde man tot sein.
Alle sahen ihn an.
Fertig, sagte Humboldt.“

März 27, 2008. Jenaer Anthologie. Keine Kommentare.

Ich sag nur: Paris, Paris, Paris.

Bendek, István: Pariser Salons. Historischer Roman. Aus dem Ungarischen von Ita Szent-Ivány. Berlin 1982.

Laudatio auf die Studentenzeit: Eine Ewigkeit zum Lesen.
Epode auf die Arbeitszeit: Eine Ewigkeit um zu Lesen.

Wie das beigefügte Motto erahnen lässt: mit dem Arbeitsleben kommt die Zeit der literarischen Zeitlosigkeit. 800-Seiten Bücher werden nicht nur zur Lesens- sondern auch zur Lebensaufgabe für all diejenigen, die vor dem Einschlafen gerade noch drei bis fünf Seiten schaffen. Doch egal, auch für unsere heutige ungarisch-französische Schatzchimäre habe ich natürlich keine Lebenszeit gescheut und mich brav durch alle 814 Seiten buchstabiert. István Benedek (*1915 - †1996), seines Zeichens magyarischer Arzt und Romancier, wird den meisten nur aus der ungarischen Wikipedia bekannt sein. Auch wenn ich um die Gattung des historischen Romans allein wegen solch literarischer Lichtgestalten wie Rebecca Gable und Ken Follet gern einen gewaltigen Bogen mache, hat Benedek mit seinem 1969 erschienen Werk zumindest nicht zum weiteren Verfall dieser Form beigetragen. Die Umsetzung des gewaltigen Stofffundus† „Pariser Salons“ bewältigt der Autor mittels zeitgemäßer Sprache und zweier Textebenen. Vor allem zu Beginn der Handlung dominiert die „eine-gegen-alle-ich-bin-viel-schlauer-als-wie-ihr“-Emanzenebene, die wir an historischen Romanen so lieben. Widmet sich dieses erste Viertel der wild-romantischen Lebensgeschichte der Hauptprotagonistin Julie de Lespinasse, so wird die nachfolgende Textebene vor allem intellektuell deutlich wertvoller. Hier merkt man dem Autor an, dass er offenbar sehr gründlich die Briefwechsel der rund 300 konkret bekannten Persönlichkeiten im Paris um 1750 verfolgt haben muss. Die Stärken Benedeks zeigen sich daher auch nicht in der aufdringlich um Aufmerksamkeit buhlenden Lebensgeschichte der Lespinasse, sondern vielmehr in zahllosen kleinen oder weitschweifenden Anekdoten und Hintergrundberichten rund um die wichtigen Themen dieser Zeit. Der Leser wird ganz nebenbei auf unterhaltsame Weise mit den bekannten Werken und Gedanken eines Rousseau, Diderot, d’Alambert, Voltaire, Hume oder Marmontel im wahrsten Sinne des Wortes aufgeklärt. Die größten Stärken des Werkes – Komplexität und Vielfalt – sind jedoch auch seine größten Schwächen: Die Masse an Informationen, Namen und Daten erschlagen den Leser, der gerade als Arbeitnehmer sich vor dem Einschlafen den literarischen Universaldilettantismus von Ken Follet herbeisehnt. Wer diesem populistischen Ausverkauf jedoch ein Schnippchen schlagen will, der kann die veranschlagten fünf Euro hart verdienten Gehalts ruhigen Gewissens in das Antiquariat seines Vertrauens tragen.

März 11, 2008. Jenaer Anthologie. 2 Kommentare.

Kleiner kalligrafischer Ausflug…

Zhu Li An

…bis zum nächsten Blog (ist in Produktion).

März 9, 2008. Hat nichts zu tun mit.... Keine Kommentare.

Sakrileg vs. Scriptum

Brown, Dan: Sakrileg. The Da Vinci Code. Bastei-Lübbe 2006.
Khoury, Raymond. Scriptum. Hamburg 2005.

Im Rahmen meiner kleinen Rezensionsreihe kommt einmal die Zeit, in der ich aufgrund der Qualität der Bücher gezwungen werde, meine alten versufizierenden Überschriften auszupacken. Herzlich willkommen also beim Kampf des Abbrechers gegen den Amerikoegozentiker. Ich habe längst aufgegeben zu fragen, weshalb für Autoren wie Dan Brown oder Raymond Khoury überhaupt Papier geschöpft wird. Beide Autoren verfügen weder über stilistische Brillanz, noch ein Gefühl für Charaktere. Auch ihre Storys – es geht, wie auch dem letzten Kinomuffel bisher klar sein sollte um Illuminati und die Frage nach den Grundfesten der katholische Kirche - sind von Anfang an nicht nur vorhersehbar, sondern auch nahezu von der gleichen Nullqualität. Was denn auch der Grund für den latenten Konkurrenz-/Plagiatskampf zwischen den zwei Literaturdemagogen gewesen sein dürfte. Die Bücher sind so schlecht, dass man den Inhalt beider eigentlich zusammen erfassen kann. Es geht um dieses mysteriöse archäologisch-kunstgeschichtliche Jesus-Geheimnis, dem eine attraktive Frau und dieser hinreißende Mann auf die Spur kommen wollen. Natürlich gibt es auch diese abgrundtief miesen Schurken, die einen ständig erschießen wollen und die böse katholische Kirche, die irgendetwas zu verheimlichen hat. Am Ende kommt dann diese total überraschende Erkenntnis, die alles bisherige in Frage stellt und diese absolut oberflächliche Kuschelei der beiden Helden. Wesentliche Unterschiede sind eigentlich nur die nervtötende Dummenfängerei und Cliffhangerei Browns sowie die dröge Rumerklärerei und die gesunde patriotische Grundeinstellung Khourys. Beide Werke öden den Leser durch absolut grottigen Stil, typisch US-amerikanische Unterschichten-Wir-packens-an-Slang sowie die Tendenz zu leicht verdaulichen Hausfrauen-Hauptsätzen an. Gemessen an dem akademischen Werdegang der beiden Autoren sind diese literarischen Sündenfälle Grund genug, aus diesem Teil der Belletristik ein mysteriöses Geheimnis zu machen, das nicht einmal der Vatikan mehr in der Lage ist aufzulösen. Da ich in der glücklichen Lage war, beide Werke ausleihen zu können, musste ich für diesen 600 bzw. 550-seitigen Schund keinen Cent ausgeben. Allerdings habe ich die pure Anwesenheit dieser Zeitfresser nicht verkraften können und beide zerstört. Sollte ich den Besitzern gegenüber nun Schuldgefühle hegen oder mir anmaßen, sie von zwei literarischen Geiseln befreit zu haben?

Februar 6, 2008. Morgenappell. 2 Kommentare.

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